Zunächst einmal musste ich nach meiner Ankunft feststellen, dass aller Anfang schwer ist, selbst, wenn man nur 500km von zuhause entfernt ist und es sicher Länder mit krasseren Kulturunterschieden gibt als Deutschland und Schweden.
Ich war zwar zunächst einmal froh, überhaupt noch eine Unterkunft gefunden zu haben, jedoch hat sich herausgestellt, dass meine Mitbewohnerin leider nur sehr selten zuhause ist. D.h. auch, dass mein Plan, bei einer Schwedin zu wohnen, um dadurch auch gleichzeitig schwedisch zu lernen, leider nicht aufgegangen ist. Noch dazu habe ich mich die ersten Tage, als ich noch wirklich niemanden hier kannte, schon recht einsam gefühlt.
Wie bei eigentlich allen Dingen hier, hab ich halt auch in der Wohnungssache Nachteile gegenüber den Erasmus-Studenten. Es ist nämlich nicht nur so, dass die Erasmus-Studenten schon bei der Bewerbung fast nichts selber machen müssen, weil alles über die Koordinatoren der Unis läuft, sie haben hier außerdem in den ersten 2 Wochen vor Semesterbeginn ein Orientation Programme mit Schwedisch-Sprachkurs, Ausflügen und Willkommensparties, haben einen eigenen Mentor, der ihnen bei allen Fragen als Ansprechpartner zur Seite steht und nicht zuletzt ist ihnen eben auch ein Platz in einem der Wohnheime in Lund so gut wie sicher. Für mich trifft in allen Sachen das Gegenteil zu!
Demnach war es am Anfang nicht gerade leicht hier Anschluss zu finden und neue Leute kennen zu lernen. Die einzige Möglichkeit war eigentlich nur in den Vorlesungen einfach Leute anzuquatschen. Wenn man allerdings nur 2mal die Woche Vorlesung hat und das auch nur 2 Stunden sind, dann ist das nicht wirklich viel Zeit, um andere kennen zu lernen.
Aber nachdem ich nun mittlerweile die Startschwierigkeiten überwunden habe, habe ich gemerkt, "was mich nicht umbringt, härtet ab". Und man muss halt in einigen Sachen auch mal etwas Geduld haben, was nur leider nicht so meine Stärke ist...
Wie ja eigentlich fast überall habe ich zumindest festgestellt, dass vieles am besten über connections läuft. Egal ob es nun die erste Einladung zur Studentenparty im Wohnheim Sparta ist, der Zugang zum Mentor Programme oder der Fahrradkauf! Es sieht sogar so aus, als wenn ich es über eben diese auch schaffen könnte einen Platz im Wohnheim zu bekommen! Mal davon abgesehen, dass die corridor rooms eigentlich ne Wartezeit von ca. 6 Monaten verlangen und ein Zimmer im Wohnheim nur Vorteile für mich hätte (direkt neben Uni und Supermarkt, Leben mit anderen Studenten und auch noch günstiger), habe ich somit ziemliches Glück, dass ich jemanden kennen gelernt habe, die ab März ein Praktikum in Singapur machen will und mir dann höchstwahrscheinlich für den Rest des Semesters ihr Zimmer untervermietet. :-)
Tja, zum Wetter habe ich ja bereits was geschrieben: Es ist seit meiner Ankunft gleich: grau, regnerisch und teilweise stürmisch! Typisch Norddeutsch halt! ;-)
Ansonsten ist mir gleich aufgefallen, dass Lebensmittel hier überall ziemlich teuer sind. Und es gibt noch nicht mal etwas vergleichbares zu Lidl oder Aldi (zumindest nicht in Lund). Also muss man sich wohl oder übel damit abfinden für 1,5l Wasser gut 1€ zu zahlen.
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